Moments

Fanfic
Charakter: One Direction, frei erfundene Personen
Ort: Deutschland / London

Vorwort
Sommer. Endlich war es wieder Sommer. Allerdings war das auch die einzig gute Nachricht. Die schlechte war, dass ich diesen nicht im sonnigen Hessen verbringen werde. Sondern nach England muss. Ins verregnete England. Ganz toll.



1
Nachdem meine Sommerferien angefangen hatten und ich erfolgreich die 10. Klasse abgeschlossen hatte, musste ich also meine Sachen packen. Und nun saß ich hier. Mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend, packte ich die restlichen Klamotten und Hygieneutensilien in meinen Reisekoffer. Ich hatte mit meiner Mutter schon seit einigen Tagen kaum ein Wort gewechselt und wenn, dann nur das Nötigste. Die Tatsache, dass ich nicht hier bei meinen Freunden bleiben durfte, sondern ganz alleine in England herumirren musste, ließ mich Tag für Tag immer wütender werden. Es war jetzt dreiviertel Sechs. Noch elf Stunden und 15 Minuten bis mein Flug geht. Keine Ahnung wie ich mich in diesen paar Stunden sortieren soll, aber wird schon irgendwie hinhauen. Später hatte ich jedenfalls vor, mich mit meinen 3 besten Freundinnen zu treffen. Für mehr war keine Zeit. Ich könnte einfach nur heulen. Ich hab Magenkrämpfe, weil ich nicht weiß, wie ich in England alleine ohne meine Familie überleben werde. Ich hasse meine Mutter. Und jetzt bemerkte ich auch, dass Tränen in meinen Augen standen. Eine Mischung aus Wut, Hass, Angst und Traurigkeit. Das einzige, was mich jetzt noch vor dem Zusammenbrechen aufrecht erhielt, war die Musik. Um ehrlich zu sein, ich hätte keine Ahnung, was ich ohne Musik machen würde, geschweige denn, ob ich überhaupt noch existieren würde. Denn die Musik hat mir aus den schwierigsten Zeiten meines bisherigen Lebens geholfen. Die Trennung meiner Eltern, die nicht zu enden scheinenden Jahre in der Schule, Streit mit meinen Freunden und Eltern. Es hat mir einfach geholfen. Lieder, wo man denkt, sie wären deine eigene Lebensgeschichte. Genau die braucht man, wenn man in dieser „Ich hasse mein Leben“ und „Ich will nicht mehr“ Phase ist. Und genau diese Phasen, hatte ich wahrscheinlich schon sehr oft. Also, nicht dass ich Selbstmord gefährdet bin oder so. Aber trotzdem. Ich schätze viele gehen durch diese Phasen. Doch wenn man selbst in dieser Phase ist, denkt man darüber nicht nach und fühlt sich wie ein Wrack. Aber um ehrlich zu sein, ich fühle mich auch so, ohne diese Phasen, wie ein Wrack. Ich wohne in einem kleinen Dorf in Hessen. Die Stadt ist zwar sehr schnell mit dem Bus und Auto zu erreichen, aber hier gibt es nicht viel zu tun für Jugendliche. Unser Kino, das Schwimmbad und der See sind wahrscheinlich die einzige Attraktionen hier. Attraktionen die man jeden Tag machen könnte. Natürlich finden hier auch Feste und ein riesen Festival statt, aber das nur einmal im Jahr. Manchmal wünschte ich, ich würde in einer größeren Stadt wohnen. Wie Berlin oder wenigstens Frankfurt. Ich will einfach nur raus hier. An manchen Tagen zerfrisst mich meine innerliche Leere. Vielleicht brauch ich auch einfach nur jemanden, der mich nimmt und liebt so wie ich bin. Aber dafür ist meine innerliche Schutzmauer, die ich mir nach der Trennung meiner Eltern aufgebaut habe, noch zu aktiv. Und das ist mein Grundlegendes Problem für alles. Ich wurde urplötzlich aus meinem Gedankengang gerissen, als meine Mutter laut gegen die Tür hämmerte. „Was ist?“, fragte ich widerwillig. „Emily , Carmina und Laura sind am Telefon.“ Ich öffnete die Tür, nahm meiner Mutter das Telefon aus der Hand und schloss die Tür wieder. „Hey, was gibt’s?“, fragte ich. „Können wir uns 'ne halbe Stunde später treffen? So gegen halb neun?“ Das war eindeutig Carmina. Ihr lautes Organ war unverwechselbar. Ich hielt mir das Telefon weit weg vom Ohr, konnte sie dennoch verstehen. Nachdem ich sichergestellt hatte, dass sie nichts mehr sagt, antwortete ich: „Klar.“ Im Hintergrund hörte man zwei weiter Stimmen. Emily und Laura. So wie es schien, unterhielten sie sich wieder über ihren Schwarm – sie wollten es nur nicht zugeben- David. „Alles klar, bis später. Lieb dich.“ , hörte ich sie sagen, bevor sie auflegte. Ich hasse dieses „Lieb dich“. Viele beschweren sich darüber, dass ich nie „Hab dich lieb“ oder „Lieb dich“ schreibe. Ich komme mir nur so unglaublich behämmert dabei vor. Ich warf das Telefon auf mein Kopfkissen und schloss meinen Koffer. Ich schaute auf die Uhr. Noch zwei Stunden bis zum Treffen. Ich beschloss den Fernseher anzumachen um runterzukommen. Das werden die zwei längsten Stunden meines Lebens sein.



2
„OMG! LEX'! Du fährst nach England!!!“ Irgendwie bereute ich es gerade, Carmina eingeladen zu haben. „Stell dir vor!“, sagte ich mit einem minimalen Lächeln auf den Lippen. „Vielleicht kommst du ja noch rechtzeitig um dich für Xfactor anzumelden! Wenn ja, musst du UNBEDINGT hin! Verstanden?!“, sagte Laura etwas zu laut und aufgeregt. „Ja klar, werd ich das tun!“ Ich rollte dir Augen. „Hör auf deine Augen zu rollen! Du weißt, dass du singen kannst. Und denk doch nur mal nach! Das wäre eine einmalige Chance! Tu's für uns!“, blaffte mich Emiliean. „Ist ja guuut! Ich werd's machen!“, lachte ich. Meine 3 besten Freundinnen schauten sich an und sagten im Chor: „Pinky Promise?“ Ich musste grinsen. „Pinky Promise.“, sagte ich und hakte meinen kleinen Finger bei den Anderen ein.
~
Nach 2 Stunden sinnlosem Geschwätz mit meinen 3 besten Freundinnen, die ich sehr vermissen werde, mussten sie gehen. Zu meinem Glück. Ich war todmüde. „Tschüüüüüüss!“ Autsch. Mein armes Ohr. Ob Carmina auch leiser reden könnte? „Machts gut. Ich ruf euch an, sobald ich in England bin.“, sagte ich und wir umarmten uns alle. Als sie aus der Tür waren und in das Taxi stiegen, winkte ich ihnen zum Abschied. Gott, dieser Sommer wird ätzend.
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Um halb halb 4 klingelte der Wecker. Genervt drückte ich die Snooze-Taste. Warum klingelte dieses Scheißding? Es sind Ferien. Und genau in diesem Moment kam meine Mutter rein. „Aufstehen! Mach dich fertig! Frühstück etwas! Dein Flug geht in 2 Stunden !!!“ Ich stöhnte auf. Richtig. Meine Mutter schiebt mich ab.
Langsam stand ich auf und nahm mir einen grauen Jack Wills Hoodie und eine schwarze Leggings aus dem Schrank. Meine grauen Kniestrümpfe zog ich an und benutzte sie als Stulpen. Wo sind meine Boots? Verzweifelt schaute ich mich um. Hatte ich sie etwa eingepackt? Ich durchwühlte die Unordnung die ich meiner Mutter hinterlassen wollte. Als Strafe. Nach 10 Minuten suche gab ich auf. Ich ging runter, aß was und kam wieder hoch ins Bad um mir die Zähne zu putzen, die Haare zu kämmen und in einen Dutt zusammen zu binden und mich zu schminken. Ich sah fertig aus. Fix und fertig. Meine Nerven waren auch am Ende. Wieso hasste mich meine Mutter so sehr? Meine schulischen Leistungen sind gut, mein Verhalten daheim auch. Also was ist ihr Problem. Stöhnend ging ich in mein Zimmer und setzte mich auf mein Bett. Ich schaute mich um. Noch ein paar Minuten in Frieden hier sitzen. Bevor ich das Wort Frieden überhaupt fertig denken konnte, kam meine Mutter rein. „Willst du die nicht mitnehmen?“, fragte sie und hielt meine Boots in der Hand. „Doch, und nur weil ich nur noch 5 Minuten hier wohnen werde, heißt das nicht, dass du nicht mehr klopfen musst.“, erwiderte ich. Sie gab mir ein kleines, aufmunterndes Lächeln. „Es ist Zeit.“, sagte sie und ging aus dem Zimmer. Ich holte meinen Koffer, schaute mich ein letztes Mal um und verließ mein Zimmer. Tschüss, sonnige Sommerferien. Hallo England. Ich ging runter um den neuen Freund meiner Mutter zu sehen. Was machst du denn hier“, fragte ich, eigentlich uninteressiert. „Ich fahre dich.“ Oha, das wird bestimmt endlustig. Das war Ironie. Ich hab diesen Mann noch nie Lachen sehen. „Na dann.“, gab ich leise von mir. Toll. Jetzt fährt noch nicht mal meine Mutter mit? Wie herzlos kann man nur sein. Ich ging zum Auto und legte meinen Koffer in den Kofferraum. „War's das?“, hörte ich eine Stimme hinter mir. Ich drehte mich um. „Ja.“, sagte ich, ohne ein weiteres Wort stieg ich ins Auto. Ich schaute niemanden an. Nur die andere Straßenseite, aber die lebte nicht mal. Ich atmete tief ein und redete mir ein, dass alles super wird. Ich wollte gerade fragen, wieso er nicht endlich losfährt, da mein Flieger bald losgeht, als ich meine Mutter einsteigen sah. Erstaunte schaute ich sie an. „Was?“, sagte sie als sie meinen Blick bemerkte. „Wow, du fährst mit?“, fragte ich übertrieben überrascht. „Natürlich“, erwiderte sie nur und schaute nach vorne. Ich schaute wieder aus dem Fenster.
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45 Minuten später stand ich an Gate 5. Ich schaute den Menschen zu, wie sie einströmten. Manche fröhlich. Manche gestresst. Ich atmete erneut tief ein. „Mach's gut, Liebes. Hab Spaß“, sagte meine Mutter als sie mich in eine Umarmung schloss, die ich nicht erwiderte. „Klar.“, war alles, was ich sagte. Und mit diesem letzten Wort verließ ich sie und nach ein paar Metern Laufmarsch in den Flieger.
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Ich schaute auf meinen Zettel. Ich würde zunächst in einem Hotel wohnen. Hilton in London. Naja, wenigstens hatte Mama's Freund genug Geld und mitgedacht mir ein gutes Hotel zu buchen. Verzweifelt versuchte ich zu schlafen. Doch es klappte nicht. Verdammt, wieso darf man hier nur kein Handy benutzen. Könnte ich mit einen meiner Freunde schreiben oder telefonieren, würde die Zeit bestimmt schneller rumgehen. Genervt gab ich auf und las bei meinem Nachbarn mit. Den schien das gar nicht zu stören. Nach einer Zeit stellte ich fest. Das Buch ist scheiße. Und ich hatte Hunger. Ich holte mein Brot aus meinem Handgepäck und aß ein wenig. Nachdem ich damit fertig war, merkte ich, wie die Müdigkeit mich wieder einholte. Meine Augen fielen praktisch von allein zu und ich fiel in einen ruhigen Schlaf.
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Als ich gerüttelt wurde, wachte ich auf. Ich schaute in das Gesicht einer überschminkten 30-jährigen Frau. „Wir landen bald, ich bitte Sie, sich wieder anzuschnallen.“ Ich nickte als Antwort und kurz darauf sah ich die Frau nicht mehr. Ich setzte mich gerade hin, schnallte mich an als das Anschnall-Zeichen erschien. Mir war schlecht. Wieso war mir schlecht? Ich hatte nichts zu befürchten. Das Schlimmste was passieren könnte ist, dass ich mein Gepäck nicht bekomme. Der Horror. Naja, dann müsste ich halt weniger Essen und würde mir von meinem wöchentlichen Taschengeld eben erst neue Klamotten kaufen.
Nach einer gefühlten Ewigkeit, bekam ich meinen Koffer. Ich hob ihm vom Band und ging Richtung Ausgang. Ich beschloss mit dem Taxi zum Hotel zu fahren, da ich keine Ahnung hatte wo lang ich muss. Als ich Heathrow Airport verlassen hatte, hatte ich Glück. Ein freies Taxi. Ich rannte hin und bat den Fahrer mich zum Hilton Hotel zu bringen. Ich stieg ein und schaute aus dem Fenster. Die Leute waren gut gelaunt. Es war gutes Wetter, dennoch bewölkt.



3
Als ich am nächsten Morgen in meinem kingsized Hotelbett aufwachte, schien mir die Sonne ins Gesicht. Ich stöhnte und stieg aus dem Bett. Es war bestimmt erst 8 Uhr oder so. Ich zog die Vorhänge zu und krabbelte wieder unter meine warme Decke. Kurz bevor ich wieder einschlief, fiel mir ein wo ich war. In London. Nicht mehr daheim in Deutschland. Jetzt war ich wieder hellwach, was mich wieder zum aufstöhnen brachte.
Ich schaute auf mein Handy. 11:30 Uhr. Scheiße. Das Frühstück im Hotel war schon lange vorbei. Und zum Mittag gab's, wie ich gestern gesehen hatte, definitiv nichts was ich mochte.
Ich ging ins Bad und duschte mich. Es war ein großes Bad mit einer dieser schicken Duschwannen.
Als ich fertig war, zog ich mich an, schminkte mich und betrachtete mich im Spiegel. Nicht meine besten Kleidungsstücke, aber egal. Ich nahm schnell meine Handtasche und verließ das Hotel.
~
Eins musste ich London lassen. Fabelhafte Läden.Ich durchstöberte einige Läden, die ziemlich populär sein mussten, da sich viele Leute darin aufhielten.
Jetzt saß ich hier im Starbucks und dachte nach. Mit einer Freundin hätte das zehnmal mehr Spaß gemacht. Wir würden wahrscheinlich gerade irgendwelche britischen Jungs 'abchecken' und wie kleine Mädchen rumkichern. Doch ich hatte keine hier. Ich war ganz allein. Ich schaute auf die Uhr, die an der gegenüberliegenden Wand hing. Als ich realisierte wie spät es war, verschluckte ich mich. 4pm. Kackmist.
Ich hustete, um meinen Atemweg wieder frei zubekommen, als plötzlich eine hohe, weibliche Stimme mit einem starken Akzent hinter mir erklang.
„Alles ok?“, fragte sie.
Ich drehte mich um. „Ja klar, danke. Hab mich nur verschluckt.“
„Oh, dann ist ja gut.“ Sie schenkte mir ein aufmunterndes Lächeln bevor sie zu meinen Taschen schaut.
„Gute Wahl.“, sagte sie und zeigte auf meine Paul's Boutique und Topshop Taschen.
„Danke.“, gab ich lächelnd zurück. „Ich dachte ich sollte mich vielleicht mal den britischem Volk anpassen.
Jetzt schaute sie and mir runter. „Hast du schon ganz gut. Bis auf die Schuhe, die solltest du durch Heels ersetzen.“
High Heels. Oh nein. Ich konnte noch nichtmal in Sneaker laufen, ohne zu stolpern.
„Keine gute Idee, glaub mir!“, sagte ich und wandte mich wieder meinem Strawberry-Cream-Shake zu.
Sie setzte sich auf den anderen Stuhl direkt gegenüber von mir.
„Wieso?“, fragte sie, sichtlich verwirrt.
„Koordinationsprobleme.“ Ein hoch auf Englischkurse an meiner Schule.
Sie lachte. „Natürlich!“, sagte sie mit einem breiten Grinsen. „Ich bin übrigens Libby.“
„Alexa, aber nenn mich Lexi.“, antwortete ich höfflich und gab ihr meine Hand.
Sie nahm sie entgegen und grinste wieder.
„Was ist?“, fragte ich?
„Nichts. Wo kommst du her?“
„Deutschland.“, antwortete ich knapp.
„Aaaaah, daher die höffliche Art.“, sagte sie mehr zu sich selbst und zwinkerte mir zu.
Ich verdrehte die Augen und musste Lachen.
„Wieso bist du hier? Bist du hierher gezogen? Du siehst mir etwas zu junga us um von daheim wegzuziehen.“
„Meine Mutter hat mich über den Sommer hierher geschickt. Keine Ahnung wieso. Ich durfte noch nichtmal eine Freundin mitnehmen.“ Ich merkte wie ich innerlich wieder wütend wurde.
„Dann zeig ich dir eben alles!“ Ich schaute sie an. Meinte sie das ernst? Wir kannten uns nicht mal richtig.
Wir quatschten noch eine Weile und tauschten unsere Nummern aus. Sie sagte, sie würde mir morgen schreiben.
Wir verabschiedeten uns und ich fuhr zurück ins Hotel. 6pm. Die Zeit vergeht zu schnell.
Ich legte meine Einkauftschen auf mein Bett und fing an die Sachen auszupacken. Ich schnitt die Preisschilder ab und hing die Klamotten alle auf einen Bügel in meinen Schrank.
Nach einer weiteren vergangenen Stunde ging ich runter in den Essenssaal. Dieser war riesig und sehr beeindruckend. Leider gab es keine Einzeltische für Leute, die so Forever Alone waren wie ich. Ich schaute auf die Menükarte. Warmes Essen. Das wollte ich. Doch leider musste ich feststellen, dass es hier für Abends nur Brot und Tee gab. Ich hasste Tee abgöttisch, aber ich hatte Durst. Also ging ich an das Büffet und holte mir Brot, ein paar Beilagen und Tee. Die Auswahl an Tee war gigantisch und ich nahm einfach einen einfachen Mehrfrucht-Tee.
Ich setzte mich an einen 2er Tisch und began zu essen. Als ich dort saß und vor mich hin schlürfte, beschloss ich, dass ich morgen definitiv einen Vorrat an Orangensaft, Cola und Ginger Ale besorgen musste.
Gerade als ich aufstehen wollte, kam ein Diener zu mir uns stellte mir ein Glas Sekt auf den Tisch. Verwirrt schaute ich ihn an.
„Von dem Herrn dadrüben“, sagte er und zeigte auf einen Typen.
Ich schaute wer es war, in der hoffnunf jemand junges in meinem Alter. Aber was ich sah, war alles andere in meinem Alter. Angewidert verzog ich mein Gesicht.
„Nein, danke.“, sagte ich zu dem Diener und verschwand.
Ich weiß, dass es ein bisschen frech war, das zu tun, aber vielleicht bildete sich dieser widerliche, fette Kerl noch was drauf ein und stalkt mich oder so.
Auf meinem Zimmer angekommen legte ich mich aufs Bett und schaute Fern. Meine Augen wurden schwerer, aber ich kämpfte damit, wach zu bleiben. Irgendwann gab ich auf und fiel in einen tiefen Schlaf. Meine Träume waren verworren.



4
Warum tust du das?“, schrie ich.
Wieso nicht? Dich wird eh niemand vermissen. Du bist wertlos.“
Nein, das ist nicht wahr!“, antwortete ich.
Ha, und wie wahr das ist. Nenn mir nur eine Person, die sich wirklich um dich sorgt.“
Ich hatte keine antwort. Ich hatte noch nie das Gefühl bei irgendjemanden gehabt, dass sie sich wirklich um mich sorgen.
Keine Antwort? Na siehst du.“, sagte die Stimme ruhig.
Aber... Aber du bist meine Mum. Du liebst mich. Du MUSST mich lieben.“
Die Stimme lachte auf. „Ha, das ich nicht lache. Ich war nie deine Mutter und ich werd's auch nie sein. Verabschiede dich von deinem kleinen jämmerlichen Leben...“
Schweißgebadet sprang ich aus meinem Bett.
Was war das gewesen? Wieso träumte ich sowas? Und warum? Zitternd lief ich ins Bad. Das war nur ein Traum, Lex. Nur ein Traum. Deine Mutter würde dich niemals so behandelt, egal wie sehr du sie hasst, sie liebt dich. … Ich ging zum Waschbecken und schaute mich im Spiegel an. Mein Gesicht war rot und sah irgendwie etwas geschwollen aus. Ich spritzte mir eiskaltes Wasser ins Gesicht und ging zurück in den Schlafbereich meines Hotelzimmers. Aus Angst, wieder in den selben Traum zurück zukehren, schaltete ich den Fernseher an und suchte nach etwas schaubarem. Da ist halb 4 in der Nacht war, liefen nur Widerholungen oder irgendwelcher Mist, den Leute tagsüber nicht sehen wollten und der deswegen auf Nachts verlegt wurde. Ich wunderte mich, ob manche Menschen tatsächlich um diese Uhrzeit aufstanden um das zu gucken... Ich schaltete weiter. Als ich aufgab und auf irgendeine Zahl auf der Fernbedienung drückte, war ich überrascht. Skins. Hatte ich den Sender vorher übersehen oder zu schnell vorbei geschaltet? Zufrieden kuschelte ich mich in meine Decke und schaute die britische Verfassung von Skins. Sie war nicht so gut wie die amerikanische, aber ich liebte es trotzdem.
Nach unzähligen Folgen von Skins fiel ich in einen tiefen traumlosen Schlaf.
~
Als ich aufwachte war es halb 10. Ich hatte vielleicht 2 Stunden noch geschlafen. Erschöpft stand ich auf. Der Traum nahm mich noch immer etwas mit. Ich ging ins Bad, wusch mein Gesicht, kämmte mir meine langen glatten braunen Haare. Danach trug ich etwas Eyeliner und Mascara auf. Ich ging runter in den Essenssaal um zu frühstücken. Mir stieg ein angenehmer Geruch von frischen Brötchen und Kaffee in die Nase. Ich lächelte und ging zum Büffet um mir etwas zu holen. Insgeheim hoffte ich, dass der alte, schmierige Mann von gestern Abend nicht wieder da sei. Ich konnte ihn auch nirgends entdecken, also setzte ich mich zufrieden mit meinem Frühstück and einen Tisch und aß.
Als ich fertig war, ging ich wieder hoch in mein Zimmer, putze mir die Zähne und schaute auf mein Handy. Ich hatte erwartet, eine neue Nachricht von Libby zu haben und insgeheim war ich enttäuscht. Ich setzte mich auf mein Bett und schaute aus dem riesigen Fenster, welches vom Boden bis zur Decke reichte. In den Straßen war schon viel los. Unzählige Menschen rannten durch die Straßen, andere quatschten und lachten. Der Verkehr nahm auch zu. 'So gings bei uns nie zu', dachte ich. Ich wurde aus meinen Gedankengang gerissen, als mein Handy laut klingelte. So c'mon courage teach me how to be shyyy … stones taught me to fly, love taught me to lie.. Wie immer ging die Musik erst aus, als ich die Nachricht schon längst geöffnet und gelesen hatte. Ich hasste dieses Handy so sehr. Die Nachricht war von Libby.
Hey, babe. Wir treffen uns um halb 1 im Starbucks von gestern, okay? Danach gehen wir was essen! Xx
Zufrieden grinste ich. Doch das Grinsen verging mir, sobald ich versuchte mich zu erinnern wo das Starbucks gewesen war. Ich war gestern nur durch die Gegend gelaufen ohne darauf zu achten, wo ich wahr. Egal, ich würde einfach versuchen den Tag wie gestern abspielen zu lassen.
Ich suchte mir ein paar Klamotten aus meinem Schrank heraus die ich für später tragen könnte.
(http://www.polyvore.com/cgi/set?id=40718833&.locale=de ) Ich war ziemlich zufrieden mit meinem Outfit und es hatte ich auch Zeit gekostet. 11:15 Uhr. Ich zog die Klamotten an und ging ins Bad um mir bessere Schminke aufzutragen. Ich wusch die Alte ab, und trug Neue auf. Meine Lippen bekamen ein helles, auffälliges Pink verpasst, meine Wangen ein wenig Rough und mein Lid bekam einen dicken Lidstrich aufgemalt und meine Wimpern wurden buchstäblich mit Mascara vergewaltigt. Ich hatte nie lange Wimpern gehabt und mit künstlichen Wimpern konnte ich nicht umgehen.
Ich schaute mich im Spiegel an. Zufrieden und mit einem breiten Grinsen verließ ich das Hotel und versuchte meinen Weg zurück zum Starbucks zu finden.



5
„Tut mir so leid, ich bin zu spät.“ sagte ich zu Libby, die schon ihr Getränk hatte. Sie drehte sich um und schaute mich an.
„Hey, was hat so lang gedauert?“, fragte sie mich, nachdem sie aufgestanden war und mich umarmt hatte.
„Ich wusste nicht mehr, wie ich gestern hierher gekommen bin“, antwortete ich etwas beschämt.
Libby grinste. „Schon ok. Hol' dir was zu trinken und setz dich!“
Ich stellte mich in der Schlange an und wartete bis ich dran war. Ich bestellte mir wie immer ein Strawberry-Cream und setzte mich dann gegenüber von Libby.
„Also, was gibt’s?“, fragte ich neugierig. Libby überlegte kurz.
„Wie wär's wir gehen Schaufenster-shoppen und danach zu dir? Ich möchte dich heute Abend in einen Club mitnehmen.“ Libby lächelte mir freundlich zu.
Mir kam das ganze etwas komisch vor. Wir kannten uns grade mal einen Tag und schon wollte sie mich in einen Club mitnehmen? Ich überlegte. Sollte ich ihr Angebot annehmen?
„Na gut, dann lass uns losgehen.“
Wir standen beide auf und verließen Starbucks und gingen durch die Straßen Londons. Ich hatte keine Ahnung in welchem Bereich wir hier überhaupt waren.
Nach zwei Stunden und schmerzenden Füßen, gingen wir zu mir. Als ich das Foyer des Hotels betrat, sah ich ihn. Den schleimigen Typen von meinem ersten Abend hier in London. Ich schaute weg und drehte mich zu Libby um.
„Hilton? Nettes Hotel.“ sagte sie und schaute sich um.
Ich lächelte. „Danke.“ Ich drehte mich wieder um, nur um in den schleimigen Typen zu rennen.
„Hi.“ sagte er und schaute mich mit einem Grinsen auf den Lippen an.
„Eeeehm...“, gab ich etwas irritiert zurück und wollte an ihm vorbei doch er hielt mich an meinem Handgelenk fest. Ich versuchte mich loszureißen.
„Lass mich los, du Vollidiot!“, schrie ich ihn an, doch er grinste mich nur noch schmieriger an.
„Wieso? Du hast mein Getränk nicht angenommen.“
„Ja, weil ich nicht vergiftet werden wollte, oder irgendwelche Krankheiten bekomme!“
Als sein Griff stärker wurde, schaute ich mich um. Wieso war hier keiner?
„Falsche Anwort, Kleine.“
„Lass sie los!“, sagte Libby und trat ihm zwischen die Beine.
Der Tritt musste ziemlich stark gewesen sein, denn er sackte sofort zusammen. Schnell gingen wir hoch in mein Zimmer und verschlossen die Tür sicherheitshalber doppelt von innen.
Ich saß mich auf's Bett und schaute abwesend ins Leere.
„Hey, alles in Ordnung?“, fragte Libby.
Ich schüttelte den Kopf. Sie legte ihren Arm um mich und strick mir über meinen Arm.
„Danke.“,sagte ich und schaute sie an. Sie schenkte mir ein kleines Lächeln und sagte: „Lass uns was Essen.“
„Ich hab aber nichts auf den Zimmer.“
„Du Dummerchen. Wir sind hier im Hilton. Die bringen dir jeden extra Wunsch den du willst!“
„'Tschuldige. Das ist mein erstes Mal in einem Hotel. Naja in einem Hotel, wo ich ganz alleine bin und vorallem nicht daheim in Deutschland.“
„Wenn du hyterisch wirst, hört man deinen Akzent kaum noch!“, lachte sie.
„Oh vielleicht sollte ich dann mehr hyterisch sein!“, gab ich grinsend zurück.
Nachdem wir uns Pizza und Lasagne liefern lassen hatten und mit der Kreditkarte, die ich bekommen hatte bevor ich hierher kam, bezahlt hatten, setzten wir uns auf die Couch und quatschten,
„Hey Libby..“
„Was?“
„Kann ich dich was fragen?“
„Klar, leg los.“
„Naja, ich hab mich nur gewundert, wieso du.. naja wieso du so direk tmit mir Kontakt haben willst bzw. wolltest..“
Sie lachte. „Du sahst so verloren aus, ganz alleine im Starbucks. Da hab ich gedacht, ich sprech dich mal an. Und du bist nett. Deswegen.“
„Hm, okay. Danke?“, grinste ich.
„Hast du einen Freund?“
„Was?“Ich war irritiert. „Ehm, ich meine nein, hab ich nicht, wieso?“
„Gut!“, sagte Libby.
Gut? Was war daran gut? Ich war kurz davor zu glauben, dass ich alleine mit 55 Katzen sterben werde.
„Gut?“, fragte ich sie dann.
„Ja, sehr gut sogar.“
„Könntest du mir versagen was du damit meinst?“
„Wirst du noch früh genug erfahren. Und jetzt zeig mal deinen Kleiderschrank her.“
Sie stand auf und ging an meinen Kleiderschrank. Ich schaute ihr zu wie sie Teil für Teil rausholte und genaustens untersuchte.
Nach einer Stunde diskutieren, welche Oberteile gut oder nicht gut waren und welche Hosen überhaupt nicht zu mir passen würden, suchte sie scheinbar nach einem Outfit für unseren Mädels-Abend.
Nach einer weiteren viertel Stunde hatte sie sich entschieden.
„Das wirst du anziehen!“, sagte sie überzeugt und schien kein Wert darauf zulegen, ob ich es tragen wollte. Ich schaute auf das fertige Outfit und war sehr zufrieden.
Das Kleid hatte ich mir vor langer Zeit mal bei meiner Mutter erbettelt und bis jetzt nur einmal auf einem Geburtstag getragen. Ich war froh, dass ich jetzt die Chance hatte, es nochmal zu tragen.
„Was wirst du tragen?“, fragte ich Libby und schaute sie an.
Sie ging zurück zu meinem Bett und holte eine Einkaufstasche, die mir vorher noch nicht aufgefallen war. Sie schwankte die Tüte in ihrer Hand umher.
„Soll ich's dir zeigen?“
„Ja!“, antwortete ich und war neugierig auf was sie wohl tragen würde.
„Einen Moment“, sagte sie und rannte samt Tüte ins Bad.
Ich wartete geduldig bis sie wieder kam. Als ich sie sah, war ich sprachlos.
Das Kleid ließ ihre Beine perfekt aussehen. Als wären sie endlos lang. Ihre langen blonden Haare, fielen perfekt über ihre Schultern.
Sie kam auf mich zu und drehte sich. Ihre Auswahl war perfekt.
„Wow! Du sieht toll aus!“
„Danke.“, grinste sie. „Und jetzt zieh dich an.“
Ich schaute auf die Uhr. 7 Uhr. Ich ging ins Bad und zog mich an.
Als ich rauskam, sahs Libby auf meinem sofa und schaute Fernsehen. Ich setzte mich zu ihr und fragte, ob wir jetzt los könnten.
„Klar.“ Libby stand auf und schaute mich an.
„Bereit?“
„Bereit.“
Und somit verließen wir das Hotel um in Richtung Underground zu gehen. Ich hatte noch immer Angst, dass der schmierige Typ dort auf mich wartete, aber als wir ins Foyer kamen, war niemand außer eine Angestellte zu sehen. Wir fuhren irgendwo hin.
„Wo fahren wir hin?“
„Zu meinem Lieblingsclub. Dort treffen wir noch jemanden.“
Noch jemanden? Oh mein Gott, darauf war ich nicht vorbereitet, aber ich lächelte sie an.
„Okay.“
Den Rest der Fahrt unterhielten wir uns über nebensächliche Dinge. Als wir ankamen, zog Libby mich förmlich aus der U-Bahn. Wir liefen durch ein paar belebte Straßen. Plötzlich blieb Libby stehen und ich schaute hoch. Wir standen vor einen riesigen Gebäude und es war hell beleuchtet.
„Und los geht’s!“, sagte Libby lächelnd und zog mich in den Club.



6
Die Musik trönte laut. Typische Club-Songs erklangen.
„Komm!“, rief Libby mir zu und zog mich auf eine andere Tanzfläche.
Ich folgte ihr und bemerkte, dass diese Tanzfläche leerer ware als die anderen. Sie redete kurz mit einem großen, breiten Mann mit vielen Muskeln, welcher böse drein schaute. Er deutete ihr durchzugehen. Sie schaute mich an und wank mir zu. „Lex, komm!“
Ich lief zu ihr, lächelte dem Bodyguard, oder was auch immer er war, kurz zu und hakte mich dann bei Libby ein.
„Wer war das?“
„Paul.“, antwortete mir Libby als sei es das normalste überhaupt.
Ich schaute sie mit großen Augen an und formte ein „aaaaah!“ mit meinem Mund. Sie verdrehte die Augen und zog mich weiter hinter ihr her. Sie lief direkt auf eine Gruppe in einem abgesperrten Bereich zu. 4 Jungs und 2 Mädchen saßen auf einer großen, halbrunden Couch. Die Musik war hier viel leiser und ich fand das auch viel angenehmer. Ich hatte schon immer volle Clubs gehasst und vorallem Clubs mit dieser Mainstream-Musik und der typischen Sorte Menschen. Libby grüßte die kleine Gruppe und zog mich neben sie.
„Leute, das ist Lexi, sie ist über den Sommer hier in England und kommt aus Deutschland. Lexi das sind Liam und Danielle, Niall und Harry, Zayn und Perrie“ Sie deutete auf jeden einzelenen als sie sie mir vorstellte.
Ich winkte ihnen kurz zu. „Hi, schön euch kennenzulernen.“
„Ooooh, starker Akzent, definitv was for Louis.“, sagte der Junge mit den Locken.
„Harry!“, rief der Blonde und schlug Harry gegen den Arm. Dieser zuckte nur kurz mit den Schultern und wendete sich wieder seinem Drink zu. Libby deutete mir, mich zu setzen. Ich nahm den Platz den das Mädchen mit den lockigem Haar, Danielle soweit ich mich erinnere, mir machte und lächelte ihr kurz zu. Sie lächelte zurück und lehnte sich zu mir rüber um mir etwas zu sagen.
„Aus Deutschland also? Wieso bist du dann hier?“
Ich drehte mich zu ihr. „Meine Mom. Keine Ahnung, aber sie wollte mich über'm Sommer nicht daheim haben. Deswegen hat sie mich hierher abgeschoben.“
„Gefällt's dir hier nicht?“
„Am Anfang nicht, okay vor 3 Tagen kam ich erst hierher, aber in den 3 Tagen hab ich schon meine Meinung geändert. Ich hab auch Libby vor 2 Tagen kennengelernt.“
„Libby. Ja, ich kenne sie auch erst seit ein paar Monaten aber man kann sie sofort ins Herz schließen.“ Ich nickte als Zustimmung.
Es war wahr. Libby war ein quirliges, aufgedrehtes, stets glückliches Mädchen. Man mochte sie einfach sofort. Sie war die Art von Mädchen, wo man denkt, die bekommt nie einen Freund, weil sie merkwürdig und total komisch ist. Aber wer will nicht so eine Freundin. Ach, Jungs sind sowieso komisch, also sollte ich das jetzt zur Seite schieben.
„Hey Danielle! Lass uns auch noch was von Lexi übrig.“ rief Harry zu uns rüber. Niall schüttelte nur seinen Kopf, aber ich stand auf und ging rüber zu Harry. Es war kein Platz und ich hatte schon Angst ich müsste mich auf den Schoß von Harry setzen, doch Niall rückte ein Stück rüber damit ich mich zwischen die beiden setzen konnte. Als Harry mich ansprach, konnte ich den Alkohol riechen.
„Hey, bist du überhaupt alt genug um Alohol zu trinken?“, unterbrach ich ihn.
Harry zuckte nur mit den Schultern. „Vielleicht, vielleicht nicht.“
Er sah definitiv älter aus als Liam, der neben Danielle saß. Aber an seinem frechen Kleinkind-Grinsen konnte man erkennen, dass er definitv jünger war. Ich war jedenfalls mit seiner Antwort auf meine Frage zufrieden und ging nicht weiter drauf ein. Er musterte mich, aber bevor ich mich unbehaklich fühlen konnte, schaute er wieder auf seinen Drink und nahm einen Schluck. Ich schaute ihm kurz zu, und nahm ihm dann das Getränk weg.
„Hey!“, protestierte er. „Du bist ja wohl kaum alt genug!“
„Vielleicht, vielleicht nicht.“ Ich nahm einen Schluck und schaute ihn währenddessen von der Seite an. Er warf mir einen vorwurfsvollen Blick zu.
„Was?“, fragte ich mit einem Grinsen nachdem ich das Glas ausgetrunken hatte.
Harry schüttlte den Kopf und nahm mir das Glas hab.
„Also, du bist aus Deutschland?“
„Jaaaa.“ antwortete ich und hoffte, nicht nocheinmal die selbe Konversation haben zu müssen.
„Und was machst du hier?“ Ich atmete tief ein.
„Meine Mutter hat mich hergeschickt..“ Ich schaute auf meine Hände.
„Tut mir leid, wenn.. ähm.. das zu persönlich war.“ Ich schaute auf und war kurz verwirrt.
„Oh, eh, nein nein! Ist schon okay. Ich frag mich halt nur dauernd wieso sie mich hierher geschickt hat...“
„Wie lange bleibst du?“
„Praktisch den ganzen Sommer. Ich hab die Schule abgeschlossen und eigentlich keine Zukunftspläne, deswegen hab ich auch nichts was erledigt werden muss in Deutschland. Meine Mutter wollte, dass ich direkt eine Ausbildung anfange, aber ich wollte lieber Schule weitermachen. Allerdings hab ich den Anmeldetermin verpasst.“
„Achso.. Hast du irgendwas geplant hier zu machen? Mit 'ner Freundin oder einem Freund..deinem Freund?“
Ich lachte auf. Ich und ein Freund. Die Jungs in meiner Umgebung hatten mich nie angeguckt. Naja, okay. Es gab ein paar Anwerter, aber die waren entweder sehr, sehr merkwürdig oder definitiv nicht mein Typ. Oder wollten nur Sex...
Harry schaute mich an. Er wollte wissen wieso ich gelacht hatte. „Ich habe keinen Freund.“ ich lächelte ihm kurz zu. „Und ich hab auch keine Freundin außer Libby hier. Wenn sie meine Freundin ist...“
„Sie ist deine Freundin.“ Harry lächelte mich wieder an. „Und heey! Du hast uns jetzt. Libby hat uns von dir erzählt..“
„Was? Was hat sie erzählt?“
„Nichts..“ Er schaute jetzt weg.
„Sags mir!“
„Zwing mich“ Harry schaute mir jetzt direkt ins Gesicht.
Ich schaute ihm in die Augen. „Nö!“ sagte ich nach einem Moment.
Mir fiel sein Kommentar von vorhin ein. „Wer ist Louis?“, fragte ich ihn.
„Ein Freund von uns.“
„Wow, das hilft mir echt viel!“ Ich verdrehte die Augen.
Harry bemerkte es. „Sei mal nicht genervt.“, sagte er mit einem Lächeln. „Du wirst ihn früher oder später noch kennenlernen.“
„Okay..“
Den restlichen Abend verbrachten Libby und ich bei den Jungs, Danielle und Perrie. Wie ich herausgefunden hatte, waren die Jungs in einer Band. Perrie ebenfalls und sie hatte mit ihrer Band Little Mix im vergangenem Jahr bei X Factor gewonnen. Ich hatte mich noch immer nicht mit dem Gedanken anfreunden können. Für mich waren sie noch immer die selben Jugendlichen vom Beginn des Abends. Und wie ich herausgefunden hatte, war Harry der Jüngste, danach kamen Niall, Liam und Zayn. Perrie und Danielle waren beide ebenfalls 18. Mit meinen 16 Jahren war ich also die Jüngste in der Runde. Die Älteren unter uns hatten für Alkohol für uns alle gesorgt und nach einigen Stunden merkte ich den Effekt des Alkohols. Ich setzte mich auf die Couch und beobachtete die anderen. Liam und Danielle gaben sich hin und wieder einen Kuss und turtelten ein wenig zu viel für meinen Geschmack. Zayn und Perrie waren schon relativ früh gegangen. Und zu meinem Erstaunen fand ich sogar Niall und Libby am anderen Ende des Raumes. Nachdem ich ein wenig Libby beobachtet hatte, erkannte ich, dass sie kicherte. Sie kicherte! Und ich.. Ich saß hier praktisch FOREVER ALONE hier auf der Couch und beobachtete die Anderen. Noch nichtmal Harry war hier. Wo war er eigentlich? Ich schaute mich um. Nachdem mein Gehirn sich an das Schwindelgefühl gewöhnt hatte, sah ich Harry. Ich riss meine Augen erschrocken auf. Er knutschte mit einen Mädchen im öffentlichen Bereich des Clubs rum. Sie standen etwas abseits, aber ich konnte von hier genug sehen. Beide schienen nicht genug von einander bekommen zu können und es war wohl schon an der Zeit ''Nehmt euch'n Zimmer'' zu rufen. Stöhnend lehnte ich mich zurück. Mein Kopf tat weh und mir war schlecht. Meine Augen wurden schwer. Ich verhinderte es nicht, sondern ließ meine Augen einfach zufallen. Ein wenig später, rüttelte mich jemand. Ich öffnete meine Augen und schaute Libby an. Ich setzte mich hin und schaute mich um. Liam und Danielle waren schon gegangen. Niall stand jetzt hinter Libby, während sie auf eine Reaktion von mir wartete. Automatisch schaute ich in die Richtung wo Harry vorher stand. Ein zweiter Junge stand jetzt neben ihm und schien ihn anzuschreien. Mehr oder weniger. Wahrscheinlich der Freund des Mädchens. Ich schaute wieder zu Libby. „Können wir Heim?“
„Klar, soll ich dich zu deinem Hotel bringen? Oder ein Taxi rufen?“
Ich versuchte kein schmerzverzehrtes Gesicht zu machen, als die Kopfschmerzen zurück kamen.
„Ruf mir'n Taxi und fahr zu dir zurück.“
„Sie kann doch bei uns schlafen. Und du auch.“, hörte ich Niall sagen. Er schaute erst Libby dann mich an und ich schaute zu Libby.
„Bist du sicher Niall? Habt ihr soviel Platz?“, fragte ich. Ich bezweifelte, dass sie ausreichend Schlafplätze hatten, weil sie, naja, Jungs waren und über sowas nie wirklich nachdachten. Aber wenn ich Harry so sah, bezweifelte ich kaum, dass da nicht noch mindestens 1 Schlafplatz über war, und eine Couch hatten sie wahrscheinlich auch.
„Klar, es ist genug Platz da.“, sagte er und lächlte.
Ich schaute Libby an. „Einverstanden?“, fragte ich.
Ein Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus und ich wusste, dass dies eher Niall galt als mir, auch wenn sie mich anschaute. Libby half mir auf. Ich klammerte mich an ihrem Arm fest und folgte ihr und Niall aus der Hintertür wo schon ein großer Van wartete. Er sah aus als sei das ein Pedo-Van, aber ich konnte keine „FREE CANDY“ Aufschrift sehen. Mich wunderte es sehr, dass wir so ein großes Auto bekamen, ein normales hätte auch geschickt. Ich setzte mich in das Auto und schnallte mich an. Ich schloss meine Augen erneut. Nach einiger Zeit wunderte ich mich, weshalb das Auto nicht losfuhr und als plötzlich zwei weitere Personen, eine davon schimpfend die andere genervt stöhnend, ins Auto stiegen öffnete ich meine Augen. Zuerst sah ich Harry, der seine Augen genervt verdrehte. Und dann den Jungen, der schon vorhin bei Harry stand. Er hatte braune Haare die zur Seite geföhnt waren. Seine Augen schienen mir in der schwachen Autobelichtung eher dunkel. Ich ertappte mich dabei wie ich ihn von oben bis unten musterte und mir sogar gefiel was ich da sah. Ich schüttelte meinen Kopf, schloss meine Augen und lehnte mich wieder gegen Libby. Mit einem Schlag wurde es leise im Auto, aber es war mir egal woran das lag. Jetzt konnte ich endlich ungestört einschlafen.



Louis' POV
Wütend zerrte ich Harry zum Auto während er genervt vor sich in zeterte. Schon wieder hatte er es getan. Irgendein wildfremdes, wahrscheinlich ein Fan, Mädchen geküsst, praktisch halb aufgegessen. Er hatte damit eindeutig schon genug für Schlagzeilen gesorgt. Nachdem ich ihm mal wieder eine Standpauke halten musste, schubste ich ihn ins Auto. Während ich noch weiter schimpfte, hörte ich ihn nur genervt schnauben. Ich schloss die Tür von den hinteren Sitzen und krabbelte auf den Fahrersitz und schaute in den Rückspiegel, als ich ein unbekanntes Gesicht sah. Ich hörte sofort auf mit dem Rummeckern und musterte sie im Rückspiegel. Sie hatte ihre Augen geschlossen und schlief wahrscheinlich. Ich hatte keine Ahnung wer sie war, wie sie ist und wie sie munter aussah. Aber ich wusste, dass ich es herausfinden musste.



7
Als ich aufwachte, schien die Sonne mir ins Gesicht. Ich kniff die Augen zusammen und drehte mich um. Als ich fast aus dem Bett fiel, realisierte ich, dass ich nicht in meinem Hotelzimmer war. Erschrocken riss ich meine Augen auf. Wo war ich? Verzweifelt versuchte ich mich daran zu erinnern, wo ich gestern nach dem Clubbesuch hingegangen bin, doch ich konnte mich an relativ wenig erinnern. Ich warf die Decke zurück und stand auf. Ich quiekte kurz auf, da es plötzlich eiskalt an meinen Beinen wurde. Ich schaute an mir runter. Ich trug ein zu großes Guns'n'Roses Band Shirt. Ich schaute mich im Raum um. Das Bett stand mittig an der Wand, links davon ein großer Schrank mit einem großen Spiegel. Ich schaute mich an. Das Shirt war eindeutig nicht lang genug um meine Unterwäsche zu verbergen. Ich ging zum Schrank und öffnete ihn. Eine riesen Auswahl an verschieden farbigen Hosen, Pullover und Shirts zeigte sich. Ich machte mich auf die Suche nach einer Jogginghose oder sowas ähnlichem. Nachdem ich den halben Schrank durchwühlt hatte, fand ich endlich eine graue Jack Wills Jogginghose und zog sie an. Leise öffnete ich die Tür und ging aus dem Zimmer. Auf Zehenspitzen tappste ich durch den Flur, in Richtung des Lärms der am anderen Ende stattfand. Ich spähte in den Raum. Es schien das Wohnzimmer zu sein. Ich suchte nach einem bekannten Gesicht aber niemand war im Wohnzimmer, weshalb ich mich weiter zur Küche vortraute. Ich bog um die Ecke und sah einen blonden Jungen, der sich scheinbar gerade Essen machte.
„Ehem..“
Er drehte sich um. Jetzt erkannte ich ihn wieder. Niall.
„Morgen, Lexi.“, sagte er mit einem Lächeln.
„Morgen..“,murmelte ich.
„Willst du auch was?“
„Was hast du da?“
„Ein Käse-Salat-Salami-Gurken-Tomaten-Mozerella-Sandwich.“
Ich dachte nach und zuckte mit den Schultern. „Klar.“
Ich schaute Niall zu wie er noch ein zweites Sandwich machte, während ich langsam einzelne Erinnerungen in meinem Kopf aufraf. Ich konnte mich an immer mehr erinnern.
„Wo ist Libby?“
Niall lächelte. „Sie schläft noch.“
Niall und Libby... Niall und Libby.. Plötzlich erinnerte ich mich an alles. Libby und Niall hatten gestern geflirtet. Harry hatte irgendein wildfremdes Mädchen geküsst und wurde deswegen von Louis angeschrien... Louis. Auch er kam mir plötzlich wieder in Gedanken. Seine Haare, die perfekt gelegen hatten als er ins Auto eingestiegen ist... Selbst wie er Harry andgemeckert hatte, war attraktiv gewesen. Ugh, ich sollte aufhören so zu denken. Ich kannte ihn nicht mal.
„Lexi?“
Ich blickte auf. „Hm?“
„Alles okay?“
„Natürlich“, sagte ich und lächelte ihn an. Er hielt mir mein Sandwich entgegen und ich nahm es dankend.
Wir setzten uns an den Küchentisch und aßen, wechselten jedoch kaum ein Wort, was nichtmal unangenehm war. Mein Kopf tat weh, großen Hunger hatte ich eigentlich auch nicht und mir war definitv nicht nach Small Talk zumute. Nach einer Weile kam eine sich streckende Libby in die Küche, grinste breit und wünschte und einen guten Morgen. Als ich ihr dauerhaftes Grinsen und die Blicke die sie Niall zu warf sah, verging mir urplötzlich der Appetit. Ich legte mein Sandwich auf den Teller und stand auf.
„Alles ok?“, fragte Niall erneut.
„Ja, hab nur kein Hunger mehr und bin noch ziemlich müde.“ Ich ging zurück in das Zimmer wo ich meine Nacht verbracht hatte und setzte mich aufs Bett. Es gab einen Fernseher, doch mir war nicht wirklich nach Fernsehen. Ich schaute mich um. Eine weitere Tür führte in ein Bad. Vielleicht sollte ich erstmal eine Dusche nehmen. Aber ich hatte auch keine frischen Sachen. Ich seufzte. Ein bisschen weiter rechts stand ein Laptop. Scheinbar gehörte dieses Zimmer irgendeinem der Jungs. Mir war ein wenig nach Internet, Kontakt zur „Außenwelt“ aufzunehmen. Zu meinen Freunden in Deutschland. Aber wieso sollte ich? Keine von ihnen hatte sich bemüht, mich auch nur einmal in den vergangenen Tagen anzurufen. Ich stand auf und stellte mich an den Schreibtisch. Ich starrte eine ganze Weile auf den Laptop, nicht sicher ob ich ihn anstellen sollte oder nicht. Irgendwas in mir drin hat sich dann aber doch dazu bewegt, ihn zu öffnen und anzuschalten. Nach einer Weile war er hochgefahren und wusste dann auch sofort, in welchem Zimmer ich mich befand. In Zayn's. Hieß er Zayn? Ich denke es war Zayn. Sein Hintergrund zeigte ihn und Perrie als sie sich küssten. Ich verzichtete darauf, mir dieses Bild noch eine Sekunde länger anzuschauen und öffnete das Internet. Ich öffnete 3 Tabs. Facebook, Tumblr, Twitter. Facebook zeigte mir 24 neue Benachrichtigungen, 3 neue Freundschaftsanfragen und 1 neue private Nachricht an. Ich klickte die Nachricht zuerst an.
Carmina P.
Vor 18 Stunden
Hey Maus. Und wie ist's in London? Ich hoffe nicht so regnerisch wie hier. Seitdem du weg bist, pisst es hier unmengen. Haha, du hättest nicht gehen sollen, alles deine Schuld:p
Naja, ruf mich mal an oder schreib mir hier zurück.
:*



Ew, 'Maus'. Kann sie mich nicht einfach Lex oder Lexi oder Alexa nennen? Maus.. wieso bin ich mit solchen Leuten befreundet. Ugh.
Ich schrieb ihr zurück.
Heeeey:)
Ist wirklich schön hier und nein, die Sonne strahlt. Heute etwas zu hell da ich tierische Kopfschmerzen habe. Ich ruf dich an wenn mal was spannendes passiert ist..
<3



Ich hatte kein Bedürfnis ihr zu erzählen, dass ich mich in einem Club mit einer Boyband und deren Freundinnen vergnügt hatte und sogar bei ihnen im Haus aufgewacht war. Ich klickte die 24 neuen Benachrichtigungen mit einem kleinen Seufzer an. Es waren meistens nur unnötige MeinKalender-Einladungen oder mir hatte jemand etwas auf die Pinnwand gepostet. Ich schaute kurz über meine Pinnwand, fand aber keinen den ich dringendst antworten sollte. 3 neue Einladungen. Mal sehen wer da mit mir befreundet sein wollte. Ich klickte das Symbol an und starrte auf den Bildschirm. Ich zwinkerte ein paar mal, kniff mir in den Arm bis ich feststellte, dass ich die Namen wirklich sah. Niall Horan, Libby Smith und Harry Styles. Okay.. Zwei von Britain's aktueller Boyband wollten mit mir offensichtlich – naja auf Facebook- befreundet sein. Ich überlegte kurz, nahm dann aber alle 3 Einladungen an. Ich wusste, wenn irgendjemand von meinen Freundinnen sehen würde, dass ich hier neue Freundschaften geschlossen habe, würde es nicht lange dauern, bis sie herausfanden, dass die Jungs aus einer Boyband waren. Ich loggte mich bei Facebook aus, schloss den Tab und wechselte auf Twitter. Keine neuen Erwähnungen. Keine interessanten Meldungen. Ich schloss auch diesen Tab. Bei Tumblr wiederum leuchteten mir 54484677 tolle Posts entgegen, die sofort ge-reblogged werden wollten. Plötzlich kam auch auf die Idee, in der Suchleiste nach One Direction suchen zu können. Wie gedacht, so getan. Die ersten paar Fotos waren hauptsächlich von irgendwelchen Fotoshootings. Nach ein paar weiteren Minuten des Scrollens, sah ich ein Paparazzi oder Fanfoto. Ich klickte es an um es zu vergrößern und hielt kurz den Atem an. Das Foto war von gestern Abend. Es war von uns, als wir mit Niall ins Auto gestiegen waren.
Who are those gurls?“ stand unter den Bild.
Ich scrollte weiter runter und fand auch noch ein paar Bilder aus dem Club, einmal wo man Harry sehen sollte, wie er ein Mädchen küsst und das zweite zeigte eindeutig Louis und Harry im Club. Ich ertappte mich selbst dabei, wie ich Louis von oben bis unten musterte. Er schien Harry grade wegzuziehen, denn der stand nur noch auf einem Bein und suchte mit seinem anderen Arm nach Balance. Dieses Photoset hatte bereits mehr als 1000 notes. Ich schluckte und scrollte zu dem von Libby, mir und Niall. 956 notes.
Ich schloss Tumblr und schaltete den Laptop ab, ging zum Fenster und atmete die frische Sommerluft ein. Ich war in Gedanken versunken, als es plötzlich an der Tür klopfte.
„Ja?“, rief ich und drehte mich zur Tür, um die Person die im Türrahmen stand anzublicken.
8
Als ich zur Tür schaute, erblickte ich zu meiner Enttäuschung 'nur' Zayn. Mit Perrie. Zayn schaute mich an, grinste und kam ins Zimmer während Perrie im Türrahmen stehen bleb und mich anstarrte. Als etwas unbehaglich wurde, drehte ich mich wieder zum Fenster um. Irgendwie hatte ich mir gewünscht, dass es Louis ist, der anklopfte. Um mich zu wecken. Mit mir zu reden. Aber wieso sollte jemand wie ER mit jemandem wie MIR reden wollen?!
Lexi? Hallo?“ Zayn wedelte jetzt mit seiner Hand vor meinem Gesicht rum.
Hm? Was?“
Ob das meine Sachen sind...“
Ich schaute an mir runter und nickte als Antwort.
Leg sie mir dann einfach auf's Better oder über'n Stuhl, okay?“, sagte er und lächelte.
Klar.“, gab ich mit einem Lächeln zurück.
Perrie räusperte sich. Ich schaute sie an.
Ehm, Perrie, kann ich mal kurz alleine mit Zayn reden? Ich muss ihn was wichtiges fragen..“
So privat kann's ja nicht sein oder?“
„Nein, aber-“
Ja also. Dann kann ich ja auch hier drin bleiben.“
Geh bitte, Perrie.“, warf Zayn ein. Perrie schnaubte kurz, verließ das Zimmer und schloss die Tür.
Sorry falls ich dir jetzt Ärger gemacht habe.“, sagte ich und schaute auf den Boden.
Schon okay.“, sagte er emotionslos. „Also was gibt’s denn?“
„Hm, okay... Das ist mir jetzt auch etwas..um .. unangenehm.. aber was ist gestern Abend passiert?“
Er schaute mich mit großen Augen an. Na toll.
Wie meinst du das?“
„Ehm, ja... so wie ich's gesagt habe, ich kann mich an kaum was erinnern und...“
Du kannst dich an kaum was erinnern?“
Ist was Schlimmes passiert?“
„Nicht solange ich da war.“ Erleichtert atmete ich auf.
Wann bist du mit Perrie gegangen?“
Kurz nachdem du eingeschlafen bist.“
Hilft mir wenig... Aber ist okay, danke.“
Plötzlich hörte ich mehrere Stimmen vor der Tür. Automatisch fing mein Puls an zu rasen. Und nicht nur, weil das letzte mal, als mehrer Stimmen vor meiner Tür waren, sich ein unschönes Ereignis ereignet hat, sondern weil ich wollte dass es Louis ist. Ich atmete ein paar mal tief ein. Zayn schaute mich an.
Alles okay?“ Ich nickte.
Bist du dir sicher?“
„Ja, ist nur wegen gestern. Nicht weiter schlimm. Ich werde einfach nochmal überlegen.“
Alles klar, ich ehm.. geh dann mal ja?“
„Okay“, sagte ich und lächelte ihn an. Perrie hatte wirklich Glück, Zayn zu haben. Ich hoffe sie behandelte ihn mindestens genauso gut wie er sie zu behandeln scheint.
Noch bevor Zayn die Tür öffnete, wurde sie von Libby aufgemacht. Zayn sprang zurück, um die Tür nicht abzukriegen, Libby schaute verwirrt zwischen uns hin und her und ich schaute vermutlich einfach nur als hätte ich mal wieder keinen Plan was überhaupt los ist. Libby zuckte kurz mit den Schultern als sie zu Zayn guckte und schaute dann mich an.
Neue Klamotten.“ Sie kam auf mich zu und als ich gerade die Klamotten nehmen wollte, hörte ich jemanden lautstark reden. Automatisch schaute ich über ihre Schulter um zu sehen wer es ist. Und da sah ich ihn. Louis. Er schaute mich an, wahrscheinlich wunderte er sich wieso ich ihn anstarrte oder was ich hier überhaupt machte.
Zieh sie an.“, sagte Libby und riss mich aus meinen Gedanken. Die Tür fiel zu, als Zayn rausging.



Louis POV
Ich war gerade in der Küche gewesen, als es klingelte. Ich öffnete die Tür nur um Caroline zu sehen. Ich starrte sie kurz an, fragte sie, was sie hier wolle.
Harry hat die Sachen hier vergessen.“
Wo?“
„Bei mir.“ sagte sie als wäre es total selbstverständlich.
Ich brummte ein“Danke“ und schmiss die Tür praktisch vor ihrer Nase zu. Ich ging direkt hoch zu Harry, um ihm mal wieder zusagen, dass es falsch war. Seufzend öffnete ich die Tür. Er schaute mich etwas verwirrt an.
Hier.“ Ich schmiss die Sachen auf sein Bett.
Um, danke? Was ist das?“
„Deine Sachen. Hast du bei Caroline vergessen.“ Ich ging genervt aus dem Zimmer raus als Harry mir hinterher rief.
Louis, nein. Ich war doch nur kurz bei ihr...“
„Ja, blah blah ist mir egal wirklich Harry!“ rief ich obwohl Harry direkt hinter mir war. Ich ging an Zayn's Zimmer vorbei, als ich gerade in mein Zimmer wollte. Automatisch schaute ich in die geöffnete Tür von Zayn's Zimmer. Zuerst sah ich nur Zayn, der die Türklinke schon in der Hand hielt, dann Libby wie sie gerade irgendwelche Sachen, vermutlich Anziehsachen, an jemand anderes geben wollte. Ich blickte von ihren Händen auf und sah ihr ins Gesicht. Und da war sie wieder. Das Mädchen von letzter Nacht. Ihr Augen hafteten auf mir. Wahrscheinlich davon genervt, dass wir bzw. ich so rumgeschrien hatte und sie jetzt auch noch anstarrte. Als Zayn die Tür schloss und mir somit den Anblick auf Libby's Freundin genommen hatte, öffnete ich meine Zimmertür und schmiss sie zu sobald ich im Zimmer war. Ich packte mir an den Kopf, massierte meine Schläfen und lehnte mich gegen die Tür. O Gott..




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